Deutsche in Kentucky Einheiten (UNION)

 

 

Im Grenzstaat Kentucky strömten Tausende von Freiwilligen nach Ausbruch des Bürgerkrieges zu den Truppen beider verfeindeter Parteien. Bis 1865 standen den 37 Einheiten aller Waffengattungen der Konföderierten etwa 44.000 unionstreue Soldaten gegenüber. Dr. Benjamin Gould bezifferte die Anzahl der loyalen Deutschen mit knapp 2.000 Mann, hingegen die Partizipation auf Seiten der sezessionistischen Südstaaten völlig unklar ist. Das bekannteste und erfolgreichste Infanterieregiment, in welchem etwa 20 Prozent Deutsche kämpften, war das fünfte, welches im September 1861 in Louisville organisiert werden konnte. Die E-Kompanie unter Hauptmann August Schweizer bestand anfangs ausschließlich aus gebürtigen Deutschen. Im gleichen Monat rekrutierte sich das 6. Kentucky Infanterieregiment, dessen Kompanien C, E, G und I ebenfalls größtenteils Deutsch waren. Einer der Hauptleute im 6. Regiment war Hermann Ignatz Dettweiler. Geboren wurde er am 13. Juli 1825 im badischen Riegel. Während der Revolution 1848 desertierte er als badischer Dragoner und lief zu den Revolutionären über. Nach der Schlacht von Waghäusel mussten Dettweiler und seine Kameraden nach Frankreich fliehen. Bald darauf kam er nach Amerika. Mehrfach im Bürgerkrieg verwundete, befehligte er kurz vor Kriegsende Reservetruppen von Kentucky. Nach dem Bürgerkrieg ließ er sich in Louisville nieder, wo er zum Constabler gewählt wurde. Seine Gesundheit hatte während der Feldzüge und aufgrund der Verwundungen ernsthaften Schaden genommen, und so verschied Hermann Dettweiler nach sechswöchigem Leiden schließlich am 11. September 1878 in seinem Haus in Louisville, tief betrauert von Angehörigen und Freunden.

Vereinzelt leisteten Deutsche ihren Dienst im 18. Kentucky Infanterieregiment. Der dritte Offizier der Einheit war Friedrich Gustav Bracht (1844 in Cincinnati, Ohio-1922), dessen Eltern aus den Territorien des Deutschen Bundes nach Amerika ausgewandert waren.

Der Deutsche Adolph Reutlinger diente als Oberleutnant im 5. Kentucky Infanterieregiment.

Unter den Kavallerieregimentern waren lediglich Nr. 2 und Nr. 4 teilweise mit deutschen Reitern aufgefüllt. Eigenständige Artillerieeinheiten unter deutschen Kommandeuren existierten nicht. In der A-Batterie des 1. Leichten Kentucky Artillerieregimentes, welches Hauptmann David C. Stone im September 1861 organisiert hatte, meldeten sich viele Deutsche, um ihren Dienst zu leisten.

 

 

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