Friedrich Kapp


Friedrich Kapp, der Sohn des Gymnasialdirektors Friedrich Kapp (1792 - 1866) und Neffe des Pädagogen und Philosophen Ernst Kapp (1801 - 1896), wurde am 13. April 1824 in Hamm, Westfalen, geboren. Nach seinem Abitur studierte Friedrich Kapp Jura und Philosophie an der Universität Heidelberg. Hier kam er zum ersten mal in Berührung mit revolutionären Gedankengut. Es folgten unzählige Diskussionen mit bekannten Größen wie Ludwig Feuerbach, Berthold Auerbach und der Schriftstellerin Bettina von Arnim später in Berlin. Hier studierte Friedrich ab 1844 und leistete auch seinen Wehrdienst. Nebenbei schrieb er Kolumnen für das "Westfälische Dampfboot", eine sozialistischen Zeitung, für die auch Joseph Weydemeyer gesellschaftskritische Artikel verfasste. 1845 kam er zurück nach Hamm. Hier arbeitete er am Oberappellationsgericht und stand zahlreichen intellektuellen Vereinigungen vor. Im April 1848 kam Friedrich Kapp nach Frankfurt/Main, wo er sich sogleich politisch engagierte. Aufgrund seiner politischen Aktivitäten während des Septemberaufstandes musste Kapp nach Frankreich flüchten. Nach seiner dortigen Ausweisung emigrierte er schließlich im März 1850 nach Amerika. Bereits zwei Jahre später arbeitete er journalistisch an den "Atlantischen Studien", der Versuch einer realistischen Darstellung der amerikanischen Gesellschaft. Ab 1855, dem Jahr seiner amerikanischen Staatsbürgerschaft, betätigte sich Friedrich Kapp als Rechtsanwalt in New York. Er unterstützte 1860 einflussreich die Kandidatur Abraham Lincolns. Seiner Feder entstammten zahlreiche bedeutsame Werke, darunter Biografien über Baron Johann deKalb und Friedrich Wilhelm von Steuben. Stets stritt er entschieden für die Anerkennung der deutschen Einwanderer in den U.S.A., die speziell nach Chancellorsville starken Anfeindungen ausgesetzt waren. Nach der Generalamnestie 1870 kehrte Friedrich Kapp nach Deutschland zurück. Hier gewann er aufgrund seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten rasch politischen Einfluss. Ab 1871 wirkte Kapp als Stadtverordneter von Berlin. Friedrich Kapp starb am 27. Oktober 1884 in Berlin.

 

 

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