Deutsche New Jersey Einheiten (UNION)

 

 

Der Bundesstaat New Jersey rekrutierte bis 1865 etwa 60.000 Soldaten für den Krieg. Dr. Benjamin Gould identifizierte in seiner Studie 7.337 in Deutschland geborene Rekruten. Obwohl der prozentuale Anteil der deutschen Siedler mit dem des Bundesstaates New York vergleichbar war, konnten sich in New Jersey keine separaten deutschen Regimenter bilden. Der Historiker Wilhelm Kaufmann vermutete auf Grund der günstigen geographischen Lage von New Jersey, dass sich zahlreiche deutschstämmige Soldaten in den Einheiten der Nachbarstaaten gemeldet hatten. Tatsächlich bestand nur das 3. New Jersey Kavallerieregiment im Wesentlichen aus deutschen Reitern. Der Major des Regimentes, Sigfried von Forstner, fertigte während des Krieges zahlreiche Karten an, welche der militärischen Führung in Washington später als Analyse der Feldzüge dienen sollten.

Der aus Hannover stammende Baron Sigfried Friedrich von Forstner (14. November 1828 - 18. September 1891) diente als Major in der 3. New Jersey Kavallerie. Mit Beginn des Bürgerkrieges kommandierte er als Hauptmann die E-Kompanie im 8. New Yorker Regiment unter Oberst Ludwig Blenker. Am 28. Juli 1862 verließ von Forstner die Einheit und schloss sich ein Jahr später dem 3. Kavallerieregiment aus New Jersey an. Hier erhielt er am 30. Dezember 1863 den Rang des Majors. Von Forstner wurde am 11. April 1864 in Washington aus dem Militärdienst verabschiedet. Von Forstner starb in Jersey City und wurde auf dem Harsimus Cemetery beerdigt.

Einige Kompanien des 2. New Jersey Kavallerieregimentes unter dem gebürtigen Polen Oberst Joseph Karge setzten sich zu einem großen Teil aus Deutschen zusammen. Stellvertretender Kommandeur war der ehemalige preußische Offizier Karl Wiebische, der bei Spottsylvania im Jahre 1864 fiel. Aus Koblenz stammte Wilhelm Hexamer, der gemeinsam mit seinen drei Brüdern an der Revolution von 1848 teilgenommen hatte. Nach der Niederschlagung der Unruhen flohen sie gemeinsam nach Amerika und ließen sich in New York und New Jersey nieder. Mit Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkrieges organisierte Wilhelm Hexamer eine Artilleriebatterie ( Batt. A des 1. Artillerieregimentes) vollständig aus Deutschen, die er sehr erfolgreich während der Kämpfe befehligte.

Wilhelm Ferdinand Nicolaus Ludwig Hexamer wurde am 11. April 1825 in Koblenz geboren und studierte später unter anderem in Heidelberg Mineralogie. Während der Revolution 1848 organisierte er die Volkswehr und befehligte größere Truppenkontingente unter Franz Sigel. Nach der Niederschlagung der bürgerlichen Bewegung wurde Hexamer wegen Hochverrats angeklagt und so flüchtete er 1849 über die Schweiz nach Amerika. Hier fand er in Hoboken, New Jersey, eine Anstellung als Ingenieur und er organisierte später eine Arilleriebatterie aus deutschen Einwanderern, die Hexamer als Major kommandierte. Als Artilleriekommandeur der Batterie A der 1. New Jersey Light Artillery tat er sich im Amerikanischen Bürgerkrieg immer wieder hervor. Anfangs bestand unter den US-Berufsmilitärs noch eine große Skepsis gegenüber den Milizeinheiten, so dass seine Männer tatsächlich erst am 18. August 1861 eingemustert werden konnten. Hexamer und seine Batterie bewährte sich mit Bravour unter anderem in der Schlacht am Antietam und in mehr als weiteren 25 Schlachten und Gefechten. Am 18. August 1864 wurden die Männer schließlich ausgemustert. Hexamer starb bereits am 25. April 1870 in Hoboken, New Jersey, aufgrund zahlreicher Verwundungen, die er sich während des Krieges zugezogen hatte.

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Im September 1863 wurde in Newark das 27. New Jersey Infanterieregiment eingemustert, welches kurze Zeit später von dem Deutschen Georg W. Mindel kommandiert wurde. Mindel stammte aus Frankfurt am Main und kam bereits als Kind nach Amerika. Mit Kriegsbeginn diente er anfangs als Offizier im 23. Pennsylvania Infanterieregiment, bis ihm 1863 das Kommando über das 27. und später über das 33. New Jersey Infanterieregiment übertragen wurde. Im Regiment selbst dienten hauptsächlich Angloamerikaner. Georg W. Mindel beendete den Krieg mit zwei Brevet Generalsrängen und starb 1907 in New York City.  

Absolute Rarität: Im Oktober 2001 schickte mir Daniel W. Hans aus Bartlett, Illinois, das Foto seiner Vorfahren. Links steht Albert Hans, daneben sein Bruder Peter. Beide stammten aus Kandeln in Bayern, wo Albert 1828 und Peter 1835 geboren worden waren. Albert kam 1847 nach Amerika, sein Bruder folgte ihm drei Jahre später. Im Bürgerkrieg dienten beide in der 3. New Jersey Kavallerie, die speziell durch die Uniformierung ihrer Reiter auffiel. Peter Hans starb 1904 in Philadelphia, sein Bruder Albert zwei Jahre später in Dayton, Ohio. An dieser Stelle sei Daniel W. Hans ausdrücklich für dieses seltene Dokument deutscher Teilnehmer im US - Bürgerkrieg gedankt.

Der Tod General Sedgwicks am 9. Mai 1864 während der Feldzüge in der Wilderness. Direkt vor dem tödlich verwundeten General kniet Dr. Emil Ohlenschlager (geboren 1835), der als Stabsarzt General Philip Sheridan fungierte. Am 27. Juli 1861 hatte sich Ohlenschlager für drei Jahre als Assistenzarzt der Batterie A im 1. New Jersey Artillerieregiment unter Wilhelm Hexamer verpflichtet. Der deutschstämmige Ohlenschlager wurde am 13. Oktober 1864 in der Nähe von Newtown, Virginia, schwer von konföderierten Guerillas verletzt und starb drei Tage später in einem föderierten Lazarett. (Gemälde von Julian Scott [1846 - 1901])

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Christian Wörner wurde am 25. Juni 1825 in der Amtsstadt Baden-Baden, im heutigen Baden-Württemberg, geboren. Am 27. Juli 1861 meldete er sich als Oberleutnant der Batterie A in der 1. New Jersey Leichten Artillerie. Hier diente er bis zu seiner Ausmusterung am 4. Oktober 1862. Mit Bildung der Batterie C wurde er anfangs als Oberleutnant, später als Hauptmann, eingemustert. Unter seinem Kommando beteiligte sich die Artillerieeinheit als Teil der Potomacarmee unter anderem an der Belagerung von Petersburg 1864 und 1865. Seine Batterie stand in den letzten Gefechten um Fort Stedman, Virginia, im März 1865 an vorderster Front. Für seinen verdienstvollen Einsatz erhielt Christian Wörner am 2. Dezember 1864 den Brevet-Rang eines Majors. Christian Wörner starb am 21. August 1881 in North Bergen, New Jersey, und er wurde auf dem Flower Hill Cemetery zu Grabe getragen. 

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