Deutsche in South Carolina Einheiten

 

 

In South Carolina, dem ersten Staat, der sich im Dezember 1860 aus der Union löste, dienten etwa 115.000 Soldaten in 33 Infanterieregimentern und verschiedenen Kavallerie- und Artillerieverbänden. Im Frühjahr 1862 wurde die so genannte Charleston German Artillery unter Hauptmann William K. Bachmann formiert.

Im 3. Kavallerieregiment bestand die Abteilung G, die so genannten German Hussars, aus deutschen Siedlern. In wenigstens 3 Artilleriebatterien befehligten deutschstämmige Offiziere die Kanoniere.

William K. Bachmann (1830-1902) kommandierte die Charleston Artillery. Seine Großeltern stammten aus der Schweiz und aus Württemberg. William hatte Anfang der 1840er Jahre auf Wunsch seines Vaters Rechtswissenschaften in Göttingen studiert. Nach dem Bürgerkrieg bekleidete William Bachmann hohe politische Ämter in South Carolina.

 

    

Johann Andreas Wagener wurde am 23. Juli 1816 in Sievern, Hannover (heute Niedersachsen, Landkreis Cuxhaven, etwa 5 km nördlich von Bremerhafen), als ältestes Kind von 12 Geschwistern geboren. Sein Vater Johann Andreas (1783-1842) verdiente den Lebensunterhalt der rasch anwachsenden Familie als Bauer und Krämer. Johann besuchte für acht Jahre die Elementarschule in Sievern. Eine weitere Ausbildung hat er nie genossen. 1831, kurz nach seiner Konfirmation, wanderte Johann Andreas jun. vermutlich mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Jürgen nach Amerika aus. Wenigstens weitere acht seiner Geschwister sollten später folgen. In New York verdingte er sich als Ladendiener, zwei Jahre später zog er nach South Carolina und ließ sich hier in Charleston nieder. Er fand kurz darauf eine Anstellung als Buchhalter. 1835 trat Johann Wagener der dortigen Miliz, den "German Füseliers", bei. 1836 organisierte Wagener eine deutsche Schützengesellschaft. Ein Jahr (am 28. Juni 1837) später heiratete er die aus Kurhessen stammende Maria Elisa Wagner. Geboren wurde sie am 24. November 1822 in Karlshafen. 1838 gründete Johann Wagener eine deutsche Feuerwehr. 1839 wurde er schließlich Staatsbürger der Vereinigten Staaten von Amerika. Im Dezember 1840 gehörte er zu den Gründungsvätern der deutschen evangelischen St. Matthews Kirche in Charleston. 1843 gründete Wagener die literarische Gesellschaft "Teutonenbund". 1844 übernahm Wagener die Redaktion der deutschsprachigen Zeitung "Der Teuton", eine Veröffentlichung mit literarischen und gewerblichen Inhalten, die er bis 1853 leitete. 1846 gründete er gemeinsam mit Freunden den Turnverein von Charleston. 1849 entstand auf seine Initiative hin die deutsche Siedlung Walhalla, der Zufluchtsort deutscher Auswanderer. Am 31. März 1860 wurde Wagener zum Major und Kommandeur des 2. Bataillons des 1. Artillerie Regiments der South Carolina Miliz ernannt. Nach Kriegsausbruch erhielt er am 24. Juli 1861 den Posten des Obersten der Einheit. Zwischen 1863 und 1864 wirkte Oberst Wagener als Kommandeur aller Milizverbände von Charleston. Nach dem Krieg wurde Wagener zum "Commisair of Immigration" ernannt. Hier setzte er sich dafür ein, dass ein weiterer Zustrom deutscher Einwanderer als Ausgleich für die nun fehlenden Sklaven ausblieb. 1866 erhielt er den Rang eines Brigadegenerals der 4. Brigade der Miliz von South Carolina. Im selben Jahr wurde er Mitglied des Abgeordnetenhauses von South Carolina. Zwei Jahre später gehörte er zu den Mitbegründern der "Deutschen Gesellschaft von Süd - Carolina". 1871 gewann Wagener als demokratischer Kandidat die Bürgermeisterwahl in Charleston. 1876 war er Delegierter der Demokratischen Partei in St. Louis. Kurz darauf, am 27. August 1876, starb Johann Andreas Wagener in Walhalla, S. C. Er war einer der bedeutendsten deutschen Einwanderer im Süden der U.S.A. Im Jahre 1900 wurde ihm zu Ehren ein Monument in der Main Street, Walhalla, errichtet. Johann Andreas Wagener hatte mit seiner Frau Maria Elisa insgesamt sechs Kinder, unter ihnen zwei Töchter. Nur ein Kind, Becke Thusnelda, starb im Januar 1850 im Alter von einem Jahr. Der älteste Sohn, Julius, kämfte bereits im Bürgerkrieg, bekleidete später hohe politische Ämter und meldete sich Ende des 19. Jahrhunderts im Spanisch-Amerikanischen Krieg, den Julius im Rang eines Majors schließlich beendete. 

 

Theodor Kohn stammte aus Fürth in Bayern. Im Amerikanischen Bürgerkrieg diente Kohn in der A Kompanie des 1. South Carolina Regimentes.

Dr. med. Simon Baruch wurde 1840 im heutigen Polen (damals preußisch) in Schwersenz, Posen, geboren. 1856 kam er allein nach Amerika, wo er sich in Camden, S. C., niederließ. Hier arbeitete er zunächst als Buchhalter, bis er ein Studium der Medizin am Medical College of Virginia, beginnen konnte. Baruch diente während des Amerikanischen Bürgerkrieges als Arzt im 3. South Carolina Bataillon. 1888 zog er mit seiner Familie nach New York und eröffnete hier eine große Arztpraxis. Simon Baruch starb im Jahre 1921 in New York.

Die German Light Artillery rekrutierte sich im Dezember 1860 vollständig aus Deutschen

 

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