Starr Carbine

 

 

Die Schlossplatte des Starr Karabiners. Die Einprägung zeigt: "STARR ARMS CO. YONKERS, N.Y."

 

Der Verschluss als Kernstück. Leicht zu demontieren, allerdings nicht ganz so leicht zu montieren. Der Verschlussblock besteht aus zwei Elementen. Das hintere Stück greift wie ein Keilblock nach oben und schließt nahezu gasdicht ab.

Der Karabiner geht auf das Patent Nr. 21523 von Ebenezer T. Starr vom 14. September 1858 zurück. Starr stammte aus einer berühmten Familie, die seit 1798 Erfahrungen im Waffengeschäft hatte. Testreihen von 1858 ergaben ausgezeichnete Ergebnisse. Allerdings wurden die ersten Starr Karabiner erst 1863 vom US - Zeugamt bestellt. Bis Kriegsende lieferten die Fabriken in Yonkers, New York, 20.601 Perkussionshinterlader sowie 5001 auf die Randfeuerpatrone .52 aptierte Modelle. Ebenezer T. Starr verkaufte seine Karabiner im Gesamtwert von $ 582.280,29.

 

Einige Meinungen von Kriegsteilnehmern hinsichtlich des Nutzens des Starr Karabiners im Feld.

KONTRA:

Der aus Italien stammende Louis Palma di Cesnola (1832 - 1904) und spätere Oberst der 4. New York Kavallerie, bezeichnete den Starr Karabiner als nahezu nutzlos.

 

 

Matthew M. Trumbull (1826 - 1894), gebürtiger Engländer und spätere Oberst der 9. Iowa Kavallerie, erklärte im März 1864, dass die größten Probleme beim Starr in der Visiereinrichtung begründet lagen. Außerdem zeichnete sich der Karabiner im negativen Sinne durch häufige Fehlzündungen aus.

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PRO:

 

Andrew J. Alexander (1833 - 1887), Hauptmann der 3. US Kavallerie und später Stabsoffizier unter General James H. Wilson, attestierte dem Starr durchweg gute Noten. In einem Brief vom September 1863 bezeichnete A. J. Alexander den Starr Karabiner aufgrund seines gasdichten Verschlusses als wesentlich besser als den allseits beliebten Sharps Karabiner.

 

Marcus LaRue Harrison (1830 - 1890), Oberst des 1. Arkansas Kavallerieregimentes, schrieb im Februar 1864 in einem Brief an die Firma Starr, dass sein anfänglicher Ärger über die gelieferten Starr Karabiner bald verschwand. Harrison hatte Sharps Karabiner bestellt und fand nun Starr's in den Kisten vor. Allerdings erwiesen sich diese rasch als die besseren Waffen. Sie hatten einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Sharps: sie waren gasdicht und damit präziser im Schuss. 

 

 

Der Starr gehörte zu den wenigen Karabinern des US - Bürgerkrieges, welche über Laufbänder und Kolbenkappe aus Messing verfügten. Die Waffe misst 95,5 cm im Ganzen, der Lauf, 53 cm lang, besitzt fünf Züge. Der Starr verschoss Papier - bzw. Leinenpatronen im Kaliber .555 mit einem Gewicht von 445 grains. Angetrieben wurden die Bleigeschosse von 62 grains Schwarzpulver.

 

Beim Starr war der Sattelring direkt an der linken Seite des Verschlusses ohne Reitstange befestigt. Der Unterhebel (Abzugsbügel) rastet beim Schließen des Fallblocks in einem arretierten, federgelagerten Verschlusshebel ein.

 

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