Deutsche in Virginia Einheiten

 

 

Fünf Tage nach Kriegsbeginn trat Virginia dem neu gebildeten Staatenbund unter Präsident Jefferson Davis bei. Die Abspaltung Virginias trug für die Union unter Präsident Abraham Lincoln besonders schmerzvolle historische Züge. In dem Bundesstaat, in dem einst die Unabhängigkeitserklärung[i] und die Verfassung zu Papier gebracht wurden, sollte 1865 die Stätte der Kapitulation der Konföderation werden. Bis Kriegsende aber stellte Virginia mehr als 200.000 Soldaten, die sich offensichtlich nicht an eine gemeinsame Verfassung halten wollten. Jene Deutschen, die sich den Soldaten angeschlossen hatten, dienten nun überwiegend in Artillerieeinheiten, wie die Römer – Turner Batterie unter Hauptmann Bernhard Römer.

An dieser Stelle soll an einen kaum bekannten deutschen Veteranen erinnert werden, der selbst nach dem Bürgerkrieg hohes Ansehen unter den ehemaligen Kriegsgegnern genoss. Am 17. März 1815 in Stuttgart, Württemberg, als Gustav Adolph Schwarzmann geboren, kam er bereits als Achtzehnjähriger nach Baltimore, wo er eine Anstellung in einem bekannten Handelshaus fand. Im Krieg gegen die Seminolen (1835-1842) meldete er sich freiwillige und avancierte bald darauf zum Leutnant des 4. Artillerieregimentes. Nach dem Krieg, den er mit einigen Verletzungen überstand, wurde er zum Superintendant des Bundesarsenals in Fayetteville, N.C., ernannt. Später wechselte er in's General Postamt in Washington. Mit Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkriegs legte er sein Amt nieder und verließ den Norden. Seine Sympathien galten der Sache der Südstaaten und so erhielt er aufgrund seiner vorzüglichen Qualifikationen eine Anstellung im Oberpostamt in Richmond. Diese Zivilanstellung befriedigte ihn jedoch kaum, und so wechselte er zum Militär und wurde wenig später Generaladjutant des CS-Generals Albert Pike. In dieser Position nahm er an zahlreichen Feldzügen und Schlachten teil. Nach dem Krieg kehrte Gustav Schwarzmann nach Baltimore zurück, wo er rasch eine Anstellung als Notar fand. Schon während des Krieges litt Schwarzmann unter einer nicht heilbaren Augenkrankheit, die schließlich zur vollständigen Erblindung führte. Gustav Adolph Schwarzmann starb am 20. Februar 1882 im Haus seines Sohnes in der West Fayette Straße Nummer 327 in Baltimore. Er hinterließ seine ebenfalls aus Stuttgart stammende Wittwe Karoline Mohl, sowie drei Töchter und zwei Söhne. Gustav Adolph Schwarzmann war eine gesellschaftlich anerkannte Persönlichkeit, mit einem außergewöhnlichen Wissen ausgestattet und dabei dennoch völlig unprätentiös. Er gehörte unter anderem dem Freimaurer-Orden an und war Mitglied der "König David Loge No. 68". Viele seiner Wegbegleiter erwiesen ihm auf der Beerdigung die letzte Ehre.


[i] Die Unabhängigkeitserklärung wurde am 4. Juli 1776 durch Repräsentanten der dreizehn Vereinigten Staaten von Amerika unterzeichnet. Das freiheitliche und republikanische Ansinnen der Unterzeichner, die eine neue, epochale Gesellschaft proklamiert hatten, wurde leider dadurch getrübt, dass einige von ihnen Sklavenhaltende Großgrundbesitzer waren. Einer der Unterzeichner war Francis Lightfood Lee, der Vater von Robert Edward Lee.

 

 

zurück zur Übersicht