CIVIL WAR – Amerikanischer Bürgerkrieg 1861 bis 1865

Der Amerikanische Bürgerkrieg hatte seine Wurzeln in wirtschaftlichen und sozialen Disproportionen zwischen Nordstaaten und Südstaaten. Die Befreiung der Negersklaven spielte zu Beginn des Krieges überhaupt keine Rolle. Selbst Präsident Abraham Lincoln hätte einen Krieg zur Abschaffung der Sklaverei niemals begonnen! Der Erhalt der Union und die differierende Auslegung der Verfassung waren die Grundmotive der Kriegsführenden Parteien. Zwischen 1861 und 1865 kam es dann zu einem der blutigsten und äußerst entschlossen geführten Kriege der Neuzeit. Über 600.000 Tote auf beiden Seiten waren der Preis, der für die Wiederherstellung der Union gezahlt werden musste. Ein Prozess, der teilweise bis zum heutigen Tage anhält. Die Aussöhnung zwischen Nord und Süd, aber insbesondere die Überwindung des Rassenhasses, ist ein langsamer, ein schleichender Vorgang. Mit zunehmenden zeitlichem Abstand und neuen heranwachsenden Generationen lässt sich der soziale Konflikt schließlich überwinden. Dennoch existieren nach wie vor Ressentiments gegenüber den Farbigen, die mit Ende des Bürgerkrieges ihre Fesseln abwerfen konnten. In den Köpfen einiger Südstaatler aber scheint dieser tragische Konflikt des Bürgerkrieges auch heute noch essentieller Bestandteil zu sein.

                               Die Abbildung zeigt den vergeblichen Angriff der Unionstruppen bei Fredericksburg im Dezember 1862.

 

 

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Die korrekte Darstellung historischer Ereignisse (Reenactment) bedeutet für viele US - Amerikaner die bewusste Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte. Jährlich eilen Tausende zu gut organisierten Veranstaltungen, um die Ereignisse von 1861 bis 1865 in farbenfrohen Uniformen wieder zum Leben zu erwecken. Für die meisten stellt die bewusste militärische Durchsetzung von Überzeugungen und Idealen keinen Widerspruch dar. Es ist vielmehr zwangsläufiger und untrennbarer Bestandteil historischer Prozesse, die alle einer Idee gefolgt waren.  

 

 

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…und die Deutschen

Auch sie gehörten nach heutigen Kenntnisstand zu den tragischen Figuren des Bürgerkrieges. Während einige deutsche Kommandeure und ihre Einheiten auch von Angloamerikanern als Helden gefeiert wurden, strafte man viele Deutsche in der Unionsarmee mit Missachtung. Eine seltsame Mischung aus Anerkennung und Segregation. Die Deutschen spielten militärisch betrachtet eine eher durchschnittliche Rolle. Viel wichtiger sind jedoch die Botschaften und die Ideale einiger führender deutscher Vertreter und ihre Wirkung auf die amerikanischen Gesellschaft. Sie legten einen wesentlichen Baustein im demokratischen Fundament der Vereinigten Staaten, wenngleich dieses Fundament von Anfang an zahlreiche Risse aufwies.

deutsche Freiwillige des 41. Regimentes aus New York im Sommer 1862. Das Regiment befehligte Leopold von Gilsa, der 1824 in Erfurt geboren worden war. Die Soldaten dienten 3 Jahre in der Unionsarmee.

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