Deutsche Ohio Einheiten

 

 

Ohio rekrutierte für die Union insgesamt sechs Infanterieregimenter, in denen anfangs ausschließlich Deutsche dienten. Weiterhin formierten sich vier Infanterieregimenter, ein Kavallerieregiment und drei Artilleriebatterien unter starker deutscher Beteiligung. Nach der Berechnung des Dr. Benjamin Gould waren 20.102 Soldaten aus Ohio geborene Deutsche. Wie stark der deutsche Einfluss auf das Militärwesen von Ohio tatsächlich war zeigt die Tatsache, dass im Jahre 1862 die offiziellen Kriegsberichte über die Aktivitäten der Regimenter aus Ohio in Deutsch und Englisch publiziert worden sind. Bereits im Juni 1861 konnte Oberst Robert Latimer McCook in Cincinnati das 9. Ohio Infanterieregiment organisieren. Ursprünglich hatten sich die Soldaten, welche fast alle aus Deutschland stammten, für einen dreimonatigen Dienst verpflichtet, den sie allerdings in Anbetracht der militärischen Situation auf drei Jahre verlängerten. Nachdem Oberst McCook zum Brigadegeneral avanciert war, übernahm Gustav Kämmerling das Kommando. Kämmerling war 1819 in Mülheim an der Ruhr geboren worden und diente später in der preußischen Armee. Er beteiligte sich an den revolutionären Unruhen von 1848/49 und flüchtete 1850 nach Amerika. Ab August 1862 kommandierte er das 9. Ohio Regiment den gesamten Krieg hindurch und führte die Einheit im Juni 1864 zur Ausmusterung nach Camp Dennison, Ohio. Der Oberst der 2. Ohio Infantery war der aus Deutschland eingewanderte Johann Kell, der das Regiment nur wenige Tage vor seinem Tod übernahm. Oberst Kell fiel am 31. Dezember 1862 in der Schlacht am Stone's River, Tennessee. Im Mai 1861 wurde in der Nähe von Cincinnati das 10. Infanterieregiment für drei Monate Kriegsdienst eingemustert. Bereits im Juni folgte die Umstrukturierung für einen drei Jahre dauernden Dienst. Zwei Kompanien bestanden aus gebürtigen Deutschen, alle anderen Kompanien waren mit Iren gefüllt worden. Der Oberstleutnant im Dreimonateregiment war Hermann Jakob Korff. Geboren wurde er am 9. September 1824 in Hamm als Sohn eines Offiziers, der in französischen Diensten gestanden hatte. Er folgte dem Vorbild des Vaters und wurde Offizier in der preußischen Armee (Seconde-Leutnant im königlich preußischen 15. Infanterieregiment, welches seinerzeit in Mannheim stationiert war). Hermann Korff nahm später an der Revolution 1848/49 teil und stand den Ideen von Karl Marx und Friedrich Engels sehr nahe, mit denen er befreundet war. Nach seiner Flucht nach Amerika bemühte er sich intensiv um die Umsetzung seiner kommunistischen Ideen in der neuen Heimat. Er war eng mit Joseph Weydemeyer befreundet. Nachdem seine Dienstzeit im 10. Ohio Regiment abgelaufen war schrieb er sich nach einem Erholungsurlaub schließlich im 69. Infanterieregiment aus Indiana ein, dessen Oberstleutnant er werden sollte. Als solcher kommandierte er das Regiment während der Kämpfe um Richmond, Ende August 1862. Nach langer Krankheit starb Hermann Korff am 31. Juli 1882 in Chicago.

Gustav Kämmerling stammte aus Mülheim an der Ruhr, wo er am 9. Dezember 1819 geboren wurde. Er übernahm eine Führungsrolle als Kommandant der städtischen Bürgerwehr während der Revolution von 1848 und musste nach der Niederschlagung in die Schweiz flüchten. 1850 emigrierte Kämmerling schließlich nach Amerika. Zwei Jahre später ließ er sich in Cincinnati nieder und arbeitete hier bis zum Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkrieges in der Fleischbranche. Im April 1861 schrieb er sich als Hauptmann der F Kompanie im 9. Freiwilligen Regiment aus Ohio ein, welches er später als Oberst (6. August 1862) übernahm und bis zur Ausmusterung der Soldaten im Jahre 1864 erfolgreich in den Schlachten führte. Am 5. Januar 1864 wurde Kämmerling für den Rang eines Brigadegenerals der U.S. Freiwilligen nominiert. Seine Nominierung wurde am 7. April 1864 vom Senat zwar bestätigt, jedoch lehnte Kämmerling die Beförderung aus gesundheitlichen Gründen ab. Gustav Kämmerling starb 82jährig am 9. April 1902 in Tell City, Indiana und wurde auf dem Greenwood Cemetery beigesetzt. Kämmerling war nicht beliebt bei seinen Untergebenen, jedoch achteten alle seine militärischen Fähigkeiten und den Scharfblick, mit dem er kritische Situationen gewöhnlich zu meistern pflegte. Gustav Kämmerling besaß trotz mangelnder militärischer Ausbildung eine angeborene Tapferkeit und Kaltblütigkeit, welche sich in Schlachten und Gefechten zeigten und erwarb sich so den ausgezeichneten Ruf eines Soldaten mit Führungsqualitäten. 

Literaturhinweis: Trautmann, Frederick (Herausgeber), We were the Ninth. A History of the Ninth Regiment, Ohio Volunteers Infantry, April 17, 1861, to June 7, 1864, Ohio 1987. im Original: Die Neuner. Eine Schilderung der Kriegsjahre des 9ten Regiments Ohio Vol. Infanterie, vom 17. April 1861 bis 7. Juni 1864, Cincinnati, Ohio 1897.

Die Skizze eines Zeitzeugen zeigt Hauptfeldwebel Raimund Herrmann vom 9. Infanterieregiment aus Ohio. Herrmann wurde in Dresden geboren. Er meldete sich in der sächsischen, später in der russischen und französischen Armee, und diente auf den Schauplätzen Europas. Mit der französischen Fremdenlegion war er in Afrika stationiert. Mit Beginn des Amerikanischen Bürgerkrieges meldete sich Raimund Herrmann sofort zur 9. Infanterie, wo er bereits im September 1862 zum 2. Leutnant der D - Kompanie befördert wurde. Leutnant Herrmann wurde während eines Bajonettangriffes am 19. September 1863 in der Schlacht von Chickamauga von einer Kanonenkugel zerrissen.

Der Veteran des Mexikanischen Krieges von 1846 – 1848, August Moor, formierte im Juli 1861 das 28. Ohio Freiwilligen Infanterieregiment, das fast völlig aus deutschen Einwanderern bestand. August Moor stammte aus Leipzig und war bereits 1833 nach Amerika ausgewandert. Hier schloss er sich der regulären Armee an und beteiligte sich an verschiedenen Feldzügen gegen die Indianer. Obwohl er während des Amerikanischen Bürgerkrieges einen relativ durchnschnittlichen Dienst leistete, erhielt er dennoch am 13. März 1865 seine Beförderung zum Titular Brigadegeneral. Zwischen November 1863 und Februar 1864 führte der aus Frankenthal in der der Pfalz gebürtige Gottfried Becker das 28. Infanterieregiment aus Ohio. Geboren wurde er im Jahr 1827. Becker kam 1850 nach Amerika und lebte seit 1860 in Chicago. Oberst Gottfried Becker schied mit allen militärischen Ehren am 23. Juli 1864 aus dem Militärdienst und widmete sich wieder seiner Tätigkeit als Herausgeber einer Zeitung. Er starb bereits im April 1865 an den Verletzungen, die er sich bei Carnifex Ferry, West Virginia, am 10. September 1861 zugezogen hatte.

Christoph M. von Degenfeld, Jahrgang 1824 und ehemaliger preußischer Offizier. Gemeinsam mit Freunden kam er als junger Mann nach Amerika, wo er sich in den unerschlossenen Gebieten entlang des Portage Rivers, Ottawa County, Ohio, niederließ. Später siedelte er nach Sandusky, Ohio, über. Im Amerikanischen Bürgerkrieg meldete sich der überzeugte Berufssoldat im 26. Ohio Regiment und er wurde am 10. Januar 1861 vom Gouverneur zum Major befördert. Am 7. Dezember 1862 nahm Major Degenfeld seinen Abschied. In seinem Begründungsschreiben erwähnte er seinen 25jährigen Militärdienst in den verschiedenen Armeen und begründete seinen Abschied mit den körperlichen Beschwerden, unter denen er mittlerweile litt. Tatsächlich galt the "Old Dutch Major" als unbeherrscht und alkoholsüchtig - keine Ausnahmerscheinung unter den Offizieren der damaligen Zeit. Doch von Degenfeld war Berufssoldat aus Überzeugung, und so meldete er sich am 7. November 1863 als Hauptmann der I-Kompanie in der 12. Ohio Kavallerie. Am 2. Oktober 1864 wurde er während einer Attacke bei Saltville, Virginia, schwer verwundet: ein Minié-Projektil bohrte sich in seine Leiste und blieb im Hüftknochen stecken. Das Bleigeschoss hatte beim Eintritt in den Körper einen Teil des Schlüssels, den von Degenfeld stets bei sich trug, in die Wunde mitgerissen. Beide Fremdkörper konnten nicht entfernt werden. Hauptmann von Degenfeld geriet noch zu allem Unglück in Gefangenschaft und gelangte in das Hospital in Lynchburg, Virginia. Nach dem Krieg arbeitete von Degenfeld als Postagent für verschiedene Eisenbahngesellschaften. Schließlich fesselte ihn die schwere Verwundung immer häufiger an's Bett und es war absehbar, dass seine Lebenskraft langsam schwand. Christoph M. von Degenfeld starb nach qualvollen Leiden am 28. Juli 1870 in Sandusky, Ohio. 

Literaturhinweis: Hill, Jeffrey A., The 26th Ohio Veteran Volunteer Infantry: The Groundhog Regiment, Bloomington, Indiana 2010. 

 

Ein drittes deutsches Regiment aus Ohio rekrutierte sich im Oktober 1861. Zum Oberst ernannte man den ehemaligen preußischen Hauptmann Carl Eduard Siber, der während zahlreicher europäischer und außereuropäischer Kriege militärische Erfahrungen sammeln konnte. Siber wurde am 16. August 1819 als Sohn des Direktors des preußischen Kreisgerichts im brandenburgischen Lübben im Spreewald, gut 45 Kilometer nordwestlich vom heutigen Cottbus entfernt, geboren. Später diente er als Hauptmann in der preußischen Armee. Siber, der bis 1855 in der brasilianischen Legion gedient hatte, später u.a. in England lebte, kam 1861 nach Amerika, um hier auf Seiten der Nordstaaten am Krieg teilzunehmen. 1864 quittierte der den Dienst. Nachdem er sich sich längere Zeit in Deutschland aufgehalten hatte, reiste er erneut nach Amerika und betätigte sich dort als Redakteur und Mitarbeiter verschiedener Zeitungen. 1871 kehrte Carl Eduard Siber endgültig nach Deutschland zurück und starb als Pensionär in Friedrichshagen bei Berlin im Jahr 1883. Carl E. Siber hatte vom September 1861 bis zum März 1864 im Dienst der Unionsarmee gestanden und musste schließlich wegen chronischen Rheumatismus und eines Nevernleidens den Dienst quittieren.  Das 37. Ohio Infanterieregiment diente in der Armee General W.T. Sherman und beteiligte sich im Juli 1863 an der Belagerung von Vicksburg. Nach schwerer Krankheit von Oberst Siber übernahm im Sommer 1863 der stellvertretende Regimentskommandeur Ludwig von Blessing das Kommando. Der ehemalige preußische Offizier stammte von der Insel Rügen und führte nun im Amerikanischen Bürgerkrieg das 37. Ohio Regiment bis zur Ausmusterung im August 1865. Auch er erhielt für seinen verdienstvollen Einsatz den Brevetrang eines Generals.

Karl Hipp (1830-1908) wurde am 20. Januar 1830 in Zell an der Mosel (damals preußisch) als 4. Kind von Friedrich C. Hipp geboren und kam im Jahr 1844 gemeinsam mit seiner Familie nach Amerika. Sein Vater hatte noch als preußischer Offizier im Kampf gegen Napoleon gedient. Die Familie ließ sich anfangs in Parkersburg, Virginia, nieder. Hier hatte der Vater noch vor der Überfahrt Land erworben. Nachdem Karl ein Jahr an der Maxwell Academy in Marietta, Georgia, studiert hatte, ließ er sich in St. Marys, Ohio, nieder, wo er eine Anstellung im Lebensmittelhandel fand. Mit Beginn des Krieges gegen Mexiko meldete sich Karl als private in der I-Kompanie des 4. Ohio Freiwilligenregimentes. Er bewährte sich während der Feldzüge im besonderen Maße. Nach dem Ende des Krieges 1848 ging Karl nach Zentralamerika, wo einer seiner Brüder, Wilhelm, eine Plantage bewirtschaftete. 1855 kehrte er nach St. Marys zurück und stellte hier Holzfässer her. Bereits 1853 hatte er die Amerikanerin Mary Miller geheiratet. Mit Ausbruch des Bürgerkrieges meldete er sich zur Unionsarmee und erhielt am 5. Juni 1862 den Rang eines Majors im 37. Ohio Regiment. In der Schlacht bei Ezra Church, Fulton County, Georgia, wurde Major Hipp am 28. Juli 1864 vom Pferd geschossen und drohte, schwer verwundet, dem Feind in die Hände zu fallen. Nur das beherzte Eingreifen des Gefreiten Ernst R. Torgler bewahrte ihn vor der Gefangennahme. Torgler, der dabei selbst schwer verwundet wurde, stammte aus Mecklenburg, wo er 1840 geboren worden war. Für diese Tat erhielt Torgler später die Tapferkeitsmedaille. In einem Unionshospital musste Major Hipps linker Arm amputiert werden. Nach dem Krieg lebte er in St. Marys, Ohio, und arbeitete hier nach 1866 - mit Unterbrechung - als Postamtsvorsteher und Stadtschreiber. Von 1886 bis 1888 fungierte Hipp als Bürgermeister von St. Marys. Politisch war er in den Reihen der Republikanischen Partei aktiv. Karl Hipp sorgte dafür, dass 800 Einwohner von St. Marys mit Heizgas versorgt werden konnten. Seit 1876 gehörte der ehemalige preußische Offizier und Bürgerkriegsgeneral August Willich zu seinen ständigen Gästen. Willich starb 1878 im Haus von Karl Hipp, mit dem ihn eine tiefe Freundschaft verband. Sein Wohnhaus in der 223 South Main Street ist heute ein Museum.

Im August 1861 formierte sich das 47. Ohio Infanterieregiment, welches zur Hälfte aus eingewanderten Deutschen bestand. Das Kommando erhielt der aus Österreich stammende und Teilnehmer der Revolution von 1848/49, Friedrich Anton Poschner. Bereits im Juli 1862 nahm Poschner gesundheitsbedingt seinen Abschied und wurde vom amerikanische Offizier Augustus C. Parry als Regimentskommandeur abgelöst, der das 47. Ohio Regiment bis August 1865 befehligte. Friedrich Poschner starb bereits 1873 in Dayton, Ohio. 

Der deutsche Abenteurer und Berufssoldat Valentin Bausenwein hatte bereits unter dem italienischen Freiheitskämpfer Guiseppe Garibaldi gekämpft und übernahm nun im Februar 1862 das Kommando über das 58. Ohio Infanterieregiment. Die Einheit rekrutierte sich zur Hälfte aus Deutschen, die in und um Cincinnati lebten. Nur kurze Zeit später wurde Oberst Bausenwein entlassen und dessen stellvertretender Oberstleutnant Ferdinand F. Rempel an die Spitze des 58. Ohio Regimentes gestellt. Nach schwerer Verletzung quittierte Ferdinand Rempel seinen Dienst, woraufhin der aus Gundersheim bei Worms stammende Peter Dister (geboren am 28. Januar 1828) das Kommando übernahm. Dister fiel, durch einen Kopfschuss tödlich getroffen, kurze Zeit später am 29. Dezember 1862 in der Nähe von Vicksburg (Chickasaw Bayou). Ein Jahr zuvor hatte seine Frau Katharina Daller den gemeinsamen Sohn Joseph Peter in Dayton, Ohio, zur Welt gebracht. Nach dem Tod Disters befehligten amerikanische Offiziere das 58. Ohio Regiment bis zu dessen Entlassung im Januar 1865.

Oberst Valentin Bausenwein war der erste Kommandeur des 58. Freiwilligenregimentes aus Ohio. Geboren wurde er um das Jahr 1829 in Deutschland, vermutlich in Bayern. Bausenwein hatte nämlich in Bayern eine militärische Ausbildung genossen. Er diente später in den Armeen Bayerns, Österreichs und Italiens. Im Frühjahr 1852 erhielt Bausenwein seine Entlassungspapiere und schied aus dem bayerischen Geniecorps aus. Wann er genau nach Amerika kam, kann an dieser Stelle nicht geklärt werden. Nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg arbeitete Bausenwein für ein Eisenbahnunternehmen. Valentin Bausenwein starb 1906 in Queens, New York.

An dieser Stelle sollten vielleicht noch ein paar weiterführende Worte über Ferdinand Rempel fallen. Geboren am 20. Juni 1824 in Bielefeld als Ferdinand Friedrich Rempel, gehörte er einer berühmten Familie an, die sich insbesondere in der Geburtsstadt sehr verdient gemacht hatte. Sein Vater, Hieronymus Friedrich, war der Gründer des Gymnasiums in Bielefeld. 1834 kam Ferdinand mit seiner Schwester und seinem Schwager nach Amerika, wo er sich in Lancester, Ohio, niederlies. 1838 reiste er nach Columbus, Ohio, kehrte aber bald zurück nach Lancester, wo er als Angestellter im Großhandel eines Lebensmittelkonzerns arbeitete. 1843 übernahm Rempel das prosperierende Unternehmen. 1855 richtete er eine Postkutschenlinie in Hocking Valley ein und betrieb dieses Unternehmen bis 1868 mit sehr großem Erfolg. Am 3. Dezember 1861 erhielt Ferdinand Rempel den Rang eines Hauptmanns in der Kavallerie. Zwei Tage später erhielt er seine Beförderung zum Oberstleutnant und wurde zum 58. Ohio Regiment (Infanterie) abkommandiert. Ein Bruder von Ferdinand Rempel, Friedrich, war Dozent am Gymnasium in Hamm, ein weiterer Bruder, Rudolph, machte Karriere als Politiker. Ferdinand Rempel war nach dem Bürgerkrieg Bankdirektor der First National Bank of Logan. Ferdinand Rempel starb am 27. September 1901 in Logan, Hocking, Ohio. Er hinterließ seine Witwe Margarete (geborene Lortz 1847-1912) sowie zwei Kinder.

Etwa 50 Prozent der Soldaten und Offiziere im 74. Ohio Infanterieregiment kamen aus Deutschland. Im Februar 1862 organisierte der Methodistenpfarrer[i] Granville Moody das Regiment, das er bis 1863 kommandierte. Danach übernahm der ehemalige braunschweigische Offizier Alexander von Schrader die Einheit. Geboren wurde er im Jahre 1822 in Blankenburg. Während seiner Militärzeit verschuldete sich Alexander von Schrader derart, dass ihm nur noch die Flucht nach Amerika als Ausweg blieb. Wegen seiner Desertion, aber auch wegen der exorbitanten Schulden, verurteilten ihn das Kriegsgericht und das Obergericht in Wolfenbüttel 1852 in Abwesenheit zu einer hohen Haftstrafe. Völlig mittellos kam er nach Amerika. In ländlichen und städtischen Raum in Ohio konnte er tatsächlich zwischenzeitlich erfolgreich als homöopathischer Arzt ohne Approbation praktizieren. Er selbst räumte später ein, dass alles nur eine glückliche Fügung gewesen, und so in Deutschland völlig unmöglich sei, hier aber in der Neuen Welt auf diese Weise zahlreiche Quaksalber unbehelligt ihr Unwesen treiben könnten. Zwischen Oktober 1861 und Januar 1862 war der aus Hamburg stammende Abenteurer und Berufssoldat Otto Bürstenbinder damit beschäftigt, das 67. Ohio Infanterieregiment zu organisieren. Wenig später wurde er aus der Armee entlassen und Alvin C. Voris  zum Oberst befördert. In der Einheit dienten viele Deutsche, unter ihnen Hauptmann Marcus M. Spiegel, der ab 1863 das 120. Ohio Regiment führte. Spiegel, der jüdischer Abstammung war, wurde in Abenheim, ganz in der Nähe von Worms geboren. Nachdem er als 18-jähriger an den revolutionären Unruhen von 1848 teilgenommen hatte, floh er ein Jahr darauf nach Amerika und landete im Frühling in New York. Als Oberst der 120. Ohio Infanterie fand er im Mai 1864 in einer der Schlachten des Red River Feldzuges den Tod.

Marcus M. Spiegel wurde am 8. Dezember 1829 in Abenheim, in der Nähe von Worms, geboren. Nach seiner Teilnahme an der Revolution von 1848 / 49 flüchtete er nach Amerika, wo er im Frühling des Jahres 1849 in New York ankam. Trotz einer ausgezeichneten Schulbildung, die er in seiner Heimat erhalten hatte, war es schwer für Marcus, beruflich Fuß zu fassen in der neuen Welt. Anfangs kam er bei Verwandten und Freunden unter. Im August 1853 heiratete Marcus die vier Jahre jüngere Caroline Frances Hamlin, die Tochter eines nicht unvermögenden Farmers in Ohio. Vor Ausbruch des Bürgerkrieges arbeitete Marcus Spiegel als Lagerist unter anderem bei Weimar & Steinbacher. Im Januar 1862 wurde Marcus Spiegel als Hauptmann der C - Kompanie des 67. Ohio Infanterieregimentes eingemustert. Bereits wenige Monate später kommandierte er das 120. Ohio Infanterieregiment. Während der Red River Feldzüge gerieten sein Regiment und er auf dem Dampfschiff City Belle am 3. Mai 1864 unter schweren konföderierten Beschuss. Viele Soldaten wurden getötet, verwundet oder gefangengenommen. Auch Oberst Spiegel wurde verwundet und geriet in Gefangenschaft. An seiner Verletzung verstarb er bereits einen Tag später, am 4. Mai. Marcus M. Spiegel hat dutzende Briefe, die er seiner geliebten Frau während der Feldzüge schrieb, seinen Nachfahren hinterlassen. Sie dienen heute Historikern und Interessierten gleichermaßen als wichtige und bedeutende Primärquelle.

Literaturhinweis: Soman, Jean P., und Byrne, Frank L., A Jewish Colonel in the Civil War. Marcus M. Spiegel of the Ohio Volunteers, University of Nebraska Press, 1985.

Das 106. Ohio Freiwilligen Infanterieregiment setzte sich zum größten Teil aus Deutschen zusammen, die bereits im 9. Ohio Regiment gedient hatten. Gustav Tafel stammte aus München und übernahm bereits im September 1862 das 106. Regiment. Nach einigen Reorganisationen wurden die Männer im Juni 1865 aus dem Dienst entlassen. Gustav Tafel wurde Jahre später zum Bürgermeister von Cincinnati gewählt und starb hier im Jahre 1908. Zeitgleich konnte das 107. Ohio Freiwilligen Regiment im Camp Taylor, Cleveland, eingemustert werden. Zum Oberst ernannte der Governeur von Ohio Seraphim Meyer, der das Regiment, das fälschlicherweise oft als ausschließlich "Deutsch" bezeichnet wurde, bis zum Juni 1864 engagiert kommandierte.

 

Gustav Rudolph Tafel mit seiner Frau Maria Therese Dorn auf einer Aufnahme aus den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts. Die Abbildung rechts zeigt ihn als Oberst des 106. Regimentes. Tafel wurde am 13. Oktober 1830 in München als Sohn von Dr. Leonard Tafel und dessen Frau Caroline, geborene Vayhinger, geboren. Nach seiner Teilnahme am Aufstand von 1848/49 flüchtete er in die USA. In Cincinnati gab er die deutschsprachige Zeitung "Volksblatt" heraus und organisierte mit weiteren Landsleuten den Turnverein. Seine Eltern waren bereits 1847 ausgewandert und hatten sich jedoch in Philadelphia niedergelassen. Seinen publizistischen Einstieg hatte Gustav allerdings bei der Cincinatti Gazette gemacht. In Cincinnati studierte Tafel Rechtswissenschaft. Mit Beginn des Bürgerkrieges meldete sich Gustav Tafel als private (einfacher Soldat) im 9. Ohio Regiment. Vier Tage nach seiner Einmusterung wurde er bereits zum Hauptfeldwebel befördert, später zum Leutnant. Ab Juni 1862 befehligte Tafel das 106. Ohio Regiment. Weil die Regimentsstärke trotz Zusage Tafels nicht erreicht werden konnte, erhielt dieser von Gouverneur David Todd "nur" den Rang eines Oberstleutnants. Während der Schlacht am New Creek in Missouri im Dezember 1862 wurde Tafel verwundet. Nach dem Krieg arbeitete er in einer Anwaltspraxis und fungierte 1897 bis 1900 als Bürgermeister von Cincinnati. Gustave Tafel war Führer der örtlichen Miliz, deren Mitglieder bei Paraden eine Pikelhaube, dem preußischen Vorbild nachempfunden, trugen. Gustav Tafel starb am 12. November 1908 in Cincinnati und wurde auf dem Spring Grove Cemetery der Stadt beigesetzt. Gustav Tafel gehörte zu den deutschen Einwanderern, die für eine generationübergreifende Assimilation in der neuen Heimat einstanden. Er sah die Vorzüge des deutschen Volkscharakters sehr wohl, begriff aber zugleich die Notwendigkeit der gesellschaftlichen Integration. Seiner Meinung nach profitierte die amerikanische Gesellschaft von der Vielfältigkeit der unterschiedlichen zugewanderten Nationen. Den Deutschen kam dabei eine besondere Rolle zu, die sie jedoch nur erfüllen konnten, wenn sie sich dem Prozess der Amerikanisierung stellten.

 

Seraphim Meyer (geboren 1815 in der Schweiz, manche Quellen nennen auch das Gebiet des Deutschen Bundes oder gar Frankreich) befehligte das 107. Ohio Regiment. 1864 schied er aus gesundheitlichen Gründen aus dem Dienst. Seine militärischen Begabungen hielten sich jedoch sehr in Grenzen. Mit ihm dienten zwei seiner Söhne, Clemens und Marcus, in der Unionsarmee. 1876 wurde er Richter (court of common Pleas) in Starke County, Ohio, wo er bereits mit seiner Familie seit 1837 (mit Unterbrechungen) ansässig war. Als Richter machte er mehrfach wegen spektakulärer Urteile von sich reden. Vermutlich war Seraphim Meyer bereits im Jahr 1828 gemeinsam mit seinen Eltern nach Amerika ausgewandert. Seraphim Meyer starb 1894 in Santa Cruz, Kalifornien.

Literaturhinweis: Smith, Jacob, Camps and Campaigns of the 107th Regiment Ohio Volunteer Infantry 1862-1865, Ohio 2000.

Obwohl das 108. Ohio Infanterieregiment als das 6. Deutsche Regiment bekannt wurde, zählte es jedoch nur gut die Hälfte der Soldaten aus Deutschland eingewanderte Siedler. Trotz der geringen Stärke von 625 Soldaten in acht Kompanien, konnte Oberst George T. Limberg das 108. Ohio Regiment im August 1862 in Camp Dennison zum dreijährigen Dienst einmustern. Zwei Monate später wurde Oberst Limberg wegen des Diebstahles von Pferden aus dem Armeedienst entlassen. Nachdem sich das Regiment während der Feldzüge unter General W. T. Sherman bewährt hatte, wurden die Soldaten im Juni 1865 in Washington D.C. feierlich aus der Armee verabschiedet. Georg T. Limberg, ein gebürtiger Deutscher, reiste später nach Nicaragua, wo er bereits im Jahr 1866 in Grenada verstarb.

Wie in allen Bundesstaaten rekrutierte auch Ohio mehrere Milizeinheiten, eine im besseren Sinne zu verstehende Bürgerwehr, die oft nur wenige Wochen, meist drei Monate, zum Dienst verpflichtete werden konnten. Zu nennen wäre in diesem Zusammenhang die 8. Ohio Freiwilligen Miliz, die vom September bis Oktober 1862 von dem Deutschen Bernhard Eith befehligt wurde. Im selben Zeitraum kommandierte der 1828 in Kassel geborene Wilhelm Floto die 11. Ohio Miliz. Mit 18 Jahren war Floto nach Amerika ausgewandert. Anfangs ließ er sich in New York nieder. Nachdem in Kalifornien die ersten Goldfunde bekannt wurden, brach auch Wilhelm Floto nach Westen auf. Erfolglos kehrte er Monate später zurück und blieb dann über einen längeren Zeitraum in Cincinnati. Kurz vor Ausbruch des Bürgerkrieges eröffnete Floto einen Kommissionshandel unter dem Namen „Floto & Marmet“ in New Orleans. Der glühende Unionist geriet in die Kriegswirrungen und kommandierte Anfangs tatsächlich eine konföderierte Bürgerwehr. Bei der erst besten Gelegenheit verließ er die Südstaaten und reiste zurück nach Cincinnati. Hier rekrutierte er die 11. Ohio Miliz, deren Oberst er schließlich wurde. 1863 betrieb Floto in Chicago ein Ladengeschäft, später wurde er der Präsident der „Chicago Lithograph Company Floto, Kurz & Co.“. Nach dem verheerenden Brand im Jahre 1871 wurde er zwei Jahre später Geschäftsführer der Seipp’s Brauerei. Floto war ein äußerst vielseitiger Geschäftsmann. Er betrieb einen Buchhandel und verkaufte in einem Geschäft in der Franklin Straße Schuhe und Stiefel. 1881 erhielt er vom demokratischen Bürgermeister das Mitgliedsamt im Schulrat der Stadt. In dieser Funktion soll er sich insbesondere aufgrund seiner Redebegabung den Respekt der Kollegen verdient haben. Wilhelm Floto gehörte mehreren deutschen Vereinen an, darunter dem "Germania Männerchor", der "Concordia Loge" sowie dem "Chicago Schützenverein". Er war Freimaurer und Mitglied der so genannten "Tempelritter". Wilhelm Floto starb hoch geachtet am 14. Dezember 1885 in Chicago. Der um das Jahr 1824 in Bayern geborene Theodor Haffner hatte bereits im 9. Ohio Regiment gedient, bis er schließlich Anfang September 1862 als Oberst das 6. Milizregiment übernahm. Das Kommando besaß er lediglich zwei Wochen. Ihm folgte der am 10. Februar 1822 in Stuttgart geborene Friedrich Johann Meyer, dem am 14. September für einen Monat die Befehlsgewalt über das 6. Freiwilligen-Miliz-Regiment aus Ohio übertragen wurde. Der gelernte Sattler war während seiner Gesellenzeit durch die Länder des Deutschen Bundes gezogen und hatte einige Zeit im Dienst der Armee gestanden. Obwohl er kein aktiver Teilnehmer an der Revolution 1848/49 gewesen war, geriet er dennoch unter Verdacht, ein Insurgent zu sein und so floh Friedrich Meyer daraufhin im Frühjahr 1849 mit seiner jungen Frau Pauline nach Amerika. Er ließ sich in Cincinnati nieder, wo er seinem Beruf wieder nachging und aktiv am politischen Leben teilnahm. Der begeisterte Turner war Mitglied des Stadtrates und wurde zum County Kommissar (Hamilton County) gewählt. 1863 wurde Meyer von Präsident Lincoln zum Postminister von Cincinnati ernannt. Meyer galt als gewissenhafter Beamter, dem insbesondere auf der politischen Bühne immer wieder sein Temperament einen Streich spielte. Dies führte schließlich dazu, dass ihm viele ehemalige Freunde zunehmend die Unterstützung versagten. 1869 erhielt er das Amt des County Schatzmeisters und wurde in dieser Funktion aufgrund seiner unbestechlichen Gewissenhaftigkeit geschätzt. Friedrich Meyer litt im Alter verstärkt an starkem Asthma und starb schließlich am 22. Juni 1882 in Cincinnati. Seine Frau Pauline, geborene Calmbach, verschied im Februar des folgenden Jahres. Das Ehepaar hinterließ drei erwachsene Kinder..  

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Das Altersbild von Friedrich Johann Meyer

Vergleichsweise gering war die Beteiligung der Deutschen in den Kavallerieeinheiten von Ohio. Unter den neunzehn Kavallerieverbänden, die sich bis November 1864 rekrutierten, bestand lediglich das 3. Ohio Kavallerieregiment teilweise aus gebürtigen Deutschen. Louis Zahm stammte aus Zweibrücken in Bayern und übernahm im September 1861 die Befehlsgewalt über das 3. Ohio Kavallerieregiment. Oberst Zahm diente bis 1863 in der Unionsarmee und erhielt zwei Jahre später den Brevetrang eines Brigadegenerals. Geboren wurde er am 7. August 1820 als Heinrich Joseph Ludwig Zahm, Sohn von Professor Johannes Baptist Zahm und Katharina Goning, in Zweibrücken. Ab August 1863 kommandierte Oberst Karl B. Seidel, der in Berlin geboren worden war, das 3. Ohio Kavallerieregiment.

Karl B. Seidel wurde am 10. April 1835 in Berlin geboren. Mit 18 Jahren kam er nach Amerika, wo er als Landarbeiter in Texas eine Anstellung fand. Später ging Karl nach New Orleans, um hier als Verkäufer zu arbeiten. Nach weiteren beruflichen Veränderung gelangte er schließlich nach Columbus, Ohio. Hier verdiente er sein Geld im Transportwesen. Bereits am 17. April 1861 folgte er dem Aufruf der Mobilmachung und verpflichtete sich für 90 Tage in der I-Kompanie des 1. Freiwilligenregiments aus Ohio. Am 31. Juli erfolgte seine Verabschiedung. Nur kurze Zeit später, am 7. September, erhielt Karl Seidel den Rang eines Hauptmanns im 3. Ohio Kavallerieregiment Aufgrund seines außergewöhnlichen Mutes und seiner Tapferkeit wurde er am 16. Januar 1862 zum Major befördert. Am 7. Juni 1863 folgte seine Ernennung zum stellvertretenden Regimentschef (Oberstleutnant). Nur zwei Monate später, am 1. August, übernahm Karl Seidel als Oberst die 3. Freiwilligenkavallerie aus Ohio. Nach dem Krieg zog sich Karl Seidel auf sein Anwesen in Lyndon, Kentucky, zurück, wo er am 14. März 1916 verstarb. Drei Tage später wurde er im Familiengrab des Cave Hill Cemetery in Louisville, Kentucky, beigesetzt. Karl B. Seidel war bei seinen Untergebenen sehr beliebt und fand stets die allerhöchste Achtung auch der Offiziere. 
Literaturhinweis: Crofts, Thomas, History of the Third Ohio Cavalry, Huntington, NW 1997 (Nachdruck).

Soweit feststellbar waren wenigstens drei Artilleriebatterien aus Ohio vollständig Deutsch. Die bekannteste, die Kompanie I der 1. Ohio Leichten Artillerie, formierte sich im Dezember 1861 in Cincinnati unter dem später berühmten und geachteten Hauptmann Hubert Dilger. Geboren wurde er im badischen Engen und absolvierte später eine Ausbildung an der Karlsruher Militärakademie. Dilger gelangte mit Ausbruch des Bürgerkrieges nach Amerika. Er bewährte sich während des gesamten Krieges und wurde selbst von angloamerikanischen Offizieren geschätzt.

Hubert Anton Casimir Dilger stammte aus Engen in Baden (heute Baden Württemberg, Regierungsbezirk Freiburg), wenige Kilometer nordwestlich von Radolfzell am Bodensee, wo er am 5. März 1836 als Sohn eines Arztes zur Welt kam. Die Mutter starb bei der Geburt des jüngeren Bruders. Hubert wählte den militärischen Beruf, absolvierte die Militärakademie in Karlsruhe und diente im Jahre 1860 als Leutnant in der badischen Artillerie. Stationiert war er dabei unter anderem in Gottesau, Karlsruhe und Rastatt. Ein Jahr später nahm Hubert seinen Abschied und reiste nach Amerika. Unverzüglich meldete er sich zur Unionsarmee, diente ab April 1862 im 1. Battailon der Virginia Light Artillery und erhielt ab August desselben Jahres den Rang eines Hauptmanns im 1.Ohio Artillerie Regimentes. Hier tat er sich insbesondere in den Schlachten von Bull Run II, Chancellorsville und Gettysburg hervor. Mit Datum vom 15. Juni 1865 erhielt Dilger den Rang eines Oberstleutnants. Einen Monat später, am 24. Juli, schied er hoch dekoriert aus dem Militärdienst. Kurz darauf, am 25. September 1865, heiratete Hubert die 12 Jahre jüngere Elise Tiedemann (in Schwetzingen geboren) in Philadelphia. Ihre Mutter Charlotte war die Schwester von Friedrich Hecker, der berühmte 48er aus Baden. Nach dem Krieg zog sich Hubert Dilger auf seine Farm in Front Royal, Virginia, zurück. Er arbeitete als Ingenieur für verschiedene Eisenbahngesellschaften und wurde schließlich am 17. August 1893 vom Kongress mit der Taperkeitsmedaille für sein besonnenes und tapferes Verhalten in der Schlacht von Chancellorsville geehrt. Von 1869 bis 1873 hatte Dilger den Posten des Adjutant-General for the state Illinois inne. Hubert Dilger verschied am 14. Mai 1911 auf seinem Anwesen Front Royal. Er fand seine letzte Ruhe auf dem Rock Creek Cemetery in Washington D.C. Dilger gehörte zu den hervorragenden deutschstämmigen Offizieren im US - Bürgerkrieg. Seine Frau war bereits im Jahre 1907 während eines Deutschlandbesuches in Mannheim verstorben. Aus der Ehe gingen 12 Kinder hervor. Obwohl keines der Kinder in Deutschland zur Welt gekommen war, reisten vier von ihnen in die Heimat ihrer Eltern und sind auch dort verstorben.

Literaturhinweis: Keyser, Carl A., Leatherbreeches: Hero of Chancellorsville. Hubert Anton Casimir Dilger 1836-1911, Rye Beach, N.H. 1989.

 

Zwischen August 1861 und August 1864 kommandierte Hauptmann Ludwig Hoffman die 4. Ohio Unabhängige Batterie, die sich vollständig aus Deutschen aus Cincinnati zusammensetzte. Ebenfalls Deutsch war die 8. Ohio Unabhängige Batterie, die Hauptmann Ludwig Markgraf im März 1862 im Camp Dennison organisiert und bis zur Ausmusterung im August 1865 befehligte. Geboren wurde er im Jahre 1813 in den preußischen Gebieten. Ludwig Markgraf starb am 27. November 1884 in einem Veteranenheim in Milwaukee und wurde dort auf dem Wood National Cemetery beigesetzt.


[i] Die Evangelisch – Methodistische Kirche hat ihre Ursprünge in der Erweckungsbewegung des 18. Jahrhunderts in England. Speziell zeichnet sich die Richtung der Methodisten durch ihr karitatives Verhalten, sowie ihr übermäßiges Beten und Bibellesen aus, um dadurch das Wohlgefallen Gottes zu erlangen. Anfangs belächelt, gelang es den Methodisten, sich weltweit zu etablieren und das Wort Gottes zu verbreiten.

 

 

 

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